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Yoga für Menschen mit Rückenbeschwerden
Möglichkeiten zur Linderung der Schmerzen und Heilsansatz aus dem Yoga

In der heutigen Zeit treten Erkrankungen und Beeinträchtigungen am Bewegungsapparat verstärkt auf. Obwohl immer mehr Hilfsmittel dem Menschen zur Verfügung stehen, damit ihm die Körperarbeit erleichtert wird, zeigen sich an der Wirbelsäule oft schon in jüngeren Jahren degenerative Erscheinungen.
Will man der Statistik Glauben schenken, so leidet beispielsweise jeder dritte Deutsche regelmäßig unter Rückenschmerzen. Jedes zweite Schmerzgefühl kommt vom Rücken.
Sicher ist unsere Gesellschaft auch bequemer geworden, wenig Bewegung und eine rückenfeindliche Lebensweise (z.B. v.a. viele Tätigkeiten im Sitzen) lässt sich in den Industrieländern zunehmend feststellen. Man erkennt aber heute auch immer deutlicher den Zusammenhang zur Psyche: Der Rückenschmerz ist in 40-50 % der Fälle nicht auf einen eindeutig feststellbaren rein körperlichen Befund zurückzuführen.
 
Aus der ganzheitlichen Sicht des Yoga ist der Mensch eine Einheit bestehend aus Körper, Seele und Geist. Nach dieser Sichtweise kann eine körperliche Erscheinung nicht isoliert betrachtet werden, ohne die beiden anderen Wesensglieder ebenso zu berücksichtigen.
Die Yogaübungsweise bietet aufgrund der Ganzheitlichkeit viele Möglichkeiten, körperlichen Erscheinungen bewusst zu begegnen und eine mögliche Heilung zu begünstigen.

Heinz Grill, der Begründer des „Yoga aus der Reinheit der Seele“ ist Heilpraktiker, Yogalehrer und spiritueller Lehrer. Er drückt seinen Ansatz zur Therapie von Wirbelsäulenerkrankungen folgendermaßen aus:
„Von einem imaginativen und geistigen Standpunkt aus betrachtet, sind es nicht die Körperübungen des Yoga, die eine Heilung, Niveauveränderung oder Konditionsverbesserung im Bewegungsapparat herbeileiten, sondern es sind die neuen Möglichkeiten, die sich durch die Aufmerksamkeit, Begeisterung, Sensitivierung, Erlebensbereicherung und Bewusstseins-verjüngung entwickeln... Die Heilung der Yogaübung liegt deshalb nicht im Körper, dem grobstofflichen Glied unseres Wesens, sondern in der rechten, erhebenden Aktivierung der Seelenkräfte des Denkens, Fühlens und des Willens, die sich schließlich in ihrem veredelten und lichteren Vermögen durch den Körper ausdrücken.“ /aus Heinz Grill : „Kosmos und Mensch“ – Lammers-Koll-Verlag.

Der Körper dient nach diesem Ansatz dem Menschen als Werkzeug zur Auseinandersetzung und Möglichkeit zur Schulung der Aufmerksamkeit.

Nachfolgend wird ein Konzept vorgestellt, das als Hilfe für das Üben sog. Asana – Körperübungen dienen soll.
Es werden die Körperübungen vom Aufbau her beschrieben. Desweiteren wird durch eine gezielte mentale Auseinandersetzung, die über die reine körperliche Übungsweise hinausgehen soll, eine sog. Schöpferische Gedankenbildung angeregt.

Im Vordergrund steht bei den Asana, die nun für den Aufbau und  die Stärkung der Wirbelsäule praktiziert werden, dass man besonders auf die zentrale Achse der Wirbelsäule selber und auf den Bereich um das sog. Sonnengeflecht achtet. Dieser Bereich soll mit verschiedenen Empfindungen erlebt werden und einen Zusammenhang zur Wirbelsäule erfahren.

Übungsteil: Körperstellungen des Yoga (Asanas) zur Kräftigung des Rückens

Bild der Körperstellung
Anleitung zur Ausführung
Gedanke zur mentalen Auseinandersetzung

Entspannungslage

Entspannungslage

Körper ruht flach und symmetrisch in der Rückenlage (kann durch eine spezielle Lagerungshilfe unterstützt werden, z.B. Lordosekissen), Handflächen zeigen nach oben, Augen sind geschlossen, Bewusstsein ist wachsam, beobachtend und erlebensnah zu den einzelnen Glieder des Körpers ausgerichtet

Kann nach jeder Stellung für kurze Zeit eingenommen werden.
Auf das Erleben des Körpers in der Rückenlage achten. Der Körper berührt in der Rückenlage auf maximale Weise den Boden und so nimmt sich der Körper als materielles Glied zur Materie zugehörig wahr.

 

Dreieck in Rückenlage

Dreieck in Rückenlage

Ein Bein gestreckt nach oben führen und mit der Hand ergreifen. Oberkörper entspannen, gleichmäßige Anspannung aus der Hüfte. Auf Spannungsverteilung achten: Körper bleibt gelöst im oberen Bereich, in Schultern und Nacken und behält aufbauende Spannung in der Lende und in den Beinen bei. Erleben der geometrischen Form des Dreiecks

 

Waage-erste Phase

Waage - erste Phase

Waage

Waage

Aus dem stabilen Stand, bei dem ein Fuß nach vorne gerichtet ist, der zweite leicht quer dazu dahinter steht, wächst die Spannung im Rücken mit nach oben geführten Armen, es erfolgt eine höchstmögliche Streckung aus dem Bereich der Lendenwirbelsäule. Nun wird der Stand verlassen und in gleichem Maße das Bein angehoben und der Oberkörper gesenkt. Möglichst in waagrechte Lage gehen, Beine in Hüften und Kniegelenk steif halten. Körper wird aus der Mitte heraus in beide Richtungen geschoben. Das Bild der Übung ist ein Ausdruck für ein einsatzkräftiges, spannungsfreudiges und auch mutiges Hineingehen in den Raum.

 

Pflug (Vorübung)

Pflug (Vorübung)

Aus der Rückenlage werden die geschlossenen Beine gehoben und über den Körper geführt. In der Stellung aus dem unteren Rumpf beinwärts strecken. Diese umgekehrte Haltung beschreibt das Bild der Verwandlung, ähnlich eines Pfluges, der die Erde aufbricht.

 

Kopf-Knie-Stellung

Kopf-Knie-Stellung

In Sitzhaltung beginnen mit gestreckten Beinen, bei entspannten Schultern werden die Arme und der Oberkörper weit über die Beine nach vorne hinaus geführt. Vor allem aus dem mittleren Rücken die Aktivität hervorbringen. Die Übung gibt das Bild eines Grenzüberschreitens, eines Ausdehnen der persönlichen Leistungsgrenzen im Sinne einer willentlichen Aktivitätsleistung. Ein Simmbild der Kopf-Knie-Stellung ist das Empfinden, tief in die Erde, in das Leben, in die Realitäten mit der eigenen Schöpferkraft einzudringen.

 

Vorübung zum Bogen

Übung in Bauchlage mit dynamischer Bewegung, Vorübung zum Bogen

Aus der Bauchlage wird der rechte Arm nach vorne geführt und der linke Arm nach hinten. Die Wirbelsäule wird so hoch wie möglich geführt, das linke Bein geht ebenfalls nach oben. Im fließenden Wechsel wird die Bewegungsrichtung geändert. Die verschiedenen Spannungen, die im Rücken lokalisiert sind wahrnehmen, Spüren der Seitenpartien nahe bei den Nieren. Die Übung verbindet durch ein lebendiges Bewegungsspiel die untere mit der oberen Körperhälfte.

 

Bogen

Bogen (erst bei Fortschreiten in der Übungspraxis)

Die Füße werden hochgeklappt und die Fußgelenke mit den Händen ergriffen. Die Beine werden als erstes und nachfolgend der Oberkörper aus der Kraft des Rückens, insbesondere aus der Spannkraft des mittleren Bereichs soweit wie möglich nach oben geführt. Dabei auf einen gelösten Nacken und Schulterbereich achten. Der Bogen stellt die Stellung der gezielten Aktivität dar.

liegende Drehung

liegende Drehung

Der Körper liegt auf dem Rücken. Beine werden geschlossen und der rechte Fuß neben dem linken Knie aufgesetzt. Dann auf  die linke Seite drehen, bis das rechte Knie den Boden berührt. Die linke Hand wird auf das rechte Knie gelegt, das während der Übung auf dem Boden bleibt. Zunächst die Wirbelsäule sanft aufrichten und  in die Länge wachsen lassen, die rechte Schulter wird Richtung Boden bewegt. Nun erfolgt die Drehung nach rechts. Der Fuß des abgewinkelten Beines wird mit der rechten  Hand von unten gefasst. Der Kopf wird behutsam in die Drehung miteinbezogen. Nun werden die Gelenke und die Muskulatur um die Wirbel entspannt. Die ganze Aufmerksamkeit kann infolge der Entspannung des Körpers auf den Fluß der Gedanken gelenkt werden.

 

Andreaskreuz

Andreaskreuz

Mit den Beinen einen Stand von etwa einem dreiviertel Meter Abstand einnehmen. Die Arme nach oben führen und mit den Händen etwa den gleichen Abstand einnehmen. Der Körper bildet eine Kreuzform. Handflächen zueinander kehren und auf Zehenspitzen stellen. Aufmerksamkeit erfolgt in den Raum nach außen  und ruhig nach innen zur Mitte des Kreuzpunktes. Das Erleben des Andreaskreuzes befreit von Zwängen und auferlegten Spannungsgefühlen, die entweder aus dem eigenen Willensverhalten oder auch von fremden Einflüssen entspringen.

 

Dreieck

Dreieck

Füße etwa einen Meter auseinander stellen. Wechselweise beugt sich der Übende im stabilen Dreiecksstand exakt nach den Seiten. Dabei wird zunächst der linke Arm am Kopf entlang nach oben geführt und der rechte Arm waagrecht nach außen. Der Übende beugt sich in der Ebene nach rechts und dann im Wechsel nach links. Ein Sinn dieser Stellung liegt einerseits in der natürlichen Aktivität, die mit der Bewegung verbunden ist, denn der Übende erlebt sich sicher im Stand, aktiv in der Mitte und entspannt in der oberen Nacken-, Schulter- und Kopfregion. Es ist das Erleben der drei Ebenen von Körper, Seele  und Geist. Desweiteren liegt auch eine Bedeutung in der Übung durch die zu leistende, ungewöhnliche Aktivität. 

 

Entspannungslage

Entspannungslage

Beschreibung siehe oben  
     
     
     

Eine wichtige Heilsunterstützung für die Wirbelsäule wird darüberhinaus durch die Kieselsäure gegeben. Die Kieselsäure ist am Aufbau von Knochen, Knorpeln, Sehnen und Zähnen beteiligt, beugt Osteoporose vor und strafft das Bindegewebe, härtet die Nägel, stärkt die Haare, glättet die Haut. Deshalb sollte die Ernährung möglichst kieselsäurereich sein, und nicht zu viele schwere Stoffe wie Fleisch oder gesättigte Fettsäuren enthalten. Empfehlenswert ist eine Ernährung mit Getreide; vor allem sollte bevorzugt die Hirse verwendet werden, der man als Ausgleich Milch hinzugibt, für den bei ihr mangelhaft vorkommenden Kalk. Voraussetzung jedoch für das wirkliche Hineingliedern der Kieselsäure in den Körper ist nach Aussagen von Heinz Grill wiederum die sogenannte „Schöpferische Gedankenbildung“, die zu Beginn erwähnt wurde.